„Das habe ich ihr doch gezeigt.“
Die Situation
Geplante Anleitung im Frühdienst, Thema ist die Mobilisation einer Bewohnerin. Die Praxisanleiterin zeigt die Handlung und erklärt dabei, „wie wir das hier machen“. Zwei Schritte nennt sie nicht, weil sie im Wohnbereich selbstverständlich sind. Am nächsten Tag führt die Auszubildende die Handlung allein durch und lässt genau diese Schritte aus.
Was dahinter liegt
Person: Sie hat alles umgesetzt, was gesagt wurde.
Team: Was im Wohnbereich selbstverständlich ist, spricht niemand mehr aus.
Arbeit: Die Anleitung läuft neben dem Dienst; fehlen zwei Schritte, betrifft es am nächsten Tag die Bewohnerin.
Rahmen: Die Verordnung verlangt eine geplante und strukturierte Anleitung von mindestens zehn Prozent der Einsatzzeit, die Rahmenpläne empfehlen danach ein Nachgespräch; im Wohnbereich gibt es weder Vor- noch Nachgespräch.
Stellschraube: Verständigung.
Die zweite Sicht
„Ich habe es so gemacht, wie es mir gezeigt wurde. Was fehlte, hat niemand gesagt.“
Vorbereiten
- Die Praxisanleitung plant jede Anleitung in drei Teilen, Vorgespräch, Durchführung, Nachgespräch, und trägt die Zeit dafür in den Dienstplan ein. Im Vorgespräch kommt zur Sprache, was die Auszubildende schon kennt.
- Im Haus gilt: Allein übernimmt die Auszubildende eine angeleitete Handlung erst, wenn die Praxisanleitung sie nach dem Nachgespräch freigegeben hat. Freigabe und Datum stehen in der Liste der freigegebenen Aufgaben im Dienstzimmer, und die Schichtleitung verteilt danach.
- Das Team legt fest: Was „bei uns so“ läuft, wird ausgesprochen, mit dem Grund. Werkzeug: Sprechregeln des Teams.
Begleiten
- Beim Zeigen jeden Schritt benennen, auch den selbstverständlichen.
- Im Nachgespräch fragen, was sie aus ihrer bisherigen Arbeit anders kennt.
„Das machen wir hier so, und ich sage dir, warum.“
Der Satz
Reflektieren
Frage für das Treffen der Praxisanleitenden: „Welche Schritte sprechen wir bei einer Anleitung nicht mehr aus?“
Nach 4 Wochen: Im Ausbildungsnachweis stehen die Anleitungen mit Vorgespräch und Nachgespräch, und die Liste der freigegebenen Aufgaben liegt bei der Schichtleitung im Dienstzimmer.
Nach 12 Wochen: Die Schichtleitung verteilt angeleitete Handlungen nach der Liste, auch wenn die Praxisanleitung frei hat, und die nächste Auszubildende bekommt die Liste im ersten Vorgespräch erklärt.
Herkunft Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung, § 4; Buch, Szene „Die Sprachfalle“; Rahmenausbildungspläne der Fachkommission; Toumi Njeugue 2026. OKOHO-Integrationssystem nach Toumi Njeugue 2026, © Dr. Bertrand Toumi.
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Dr. Bertrand Toumi, OKOHO. Stand: Oktober 2026.